Die Waschroutine
Waschen ist kein Ereignis, sondern eine Reihenfolge. Wer sie einhält, braucht halb so lange und bekommt das doppelte Ergebnis.
Die meisten Fehler beim Waschen passieren nicht am Pferd, sondern davor: Das Wasser ist zu kalt, das Shampoo kommt pur ins Fell, und gekämmt wird, solange alles noch nass ist. Jeder dieser drei Punkte kostet Haar.
Vorher
- Ausgiebig putzen. Ein Shampoo, das erst Staub lösen muss, kommt nicht bis zum Schweiß.
- Wasser lauwarm. Kaltes Wasser schließt nichts, es lässt nur das Fett im Fell liegen.
- Shampoo in den Eimer, nicht auf das Pferd. Verdünnt verteilt es sich gleichmäßig und spült schneller aus.
- Alles bereitlegen: Schwamm, zweiter Eimer, Schweißmesser, Handtuch.
Die Reihenfolge
Von unten nach oben, und erst am Schluss der Kopf. Beine zuerst, dann Bauch, dann Rücken und Kruppe, dann Hals. Wer oben anfängt, wäscht den Schmutz zweimal.
Mähne und Schweif bekommen ihren eigenen Durchgang. Den Schweif in einen Eimer mit Shampoowasser stellen, zwei Minuten stehen lassen, dann ausspülen. Das ist unspektakulär und wirkt besser als jedes Schrubben.
Der Schritt, den alle weglassen
Nach dem Shampoo folgt die Spülung. Sie legt die Haaroberfläche wieder zu, die das Shampoo öffnen musste, um den Schmutz herauszuholen. Ohne sie kämmst du gegen offenes Haar, und offenes Haar bricht.
Hinterher
- Mit dem Schweißmesser abziehen, in Haarrichtung, auch an den Beinen.
- In die Sonne oder unter das Solarium, aber nicht in den Zug.
- Erst kämmen, wenn das Haar fast trocken ist. Immer von unten nach oben, Strähne für Strähne.
- Keine Decke auf das halbtrockene Fell. Darunter wird es klamm und bleibt es stundenlang.
Wer einmal in der Woche wäscht, braucht am Turniertag zehn Minuten. Wer nur vor dem Turnier wäscht, braucht zwei Stunden.
Wie oft
Im Sommer einmal in der Woche komplett, dazwischen nach der Arbeit nur Sattellage, Gurtstelle und Beine. Im Winter seltener komplett und dafür konsequenter trocken putzen. Eine Faustregel, die trägt: Lieber oft und mild als selten und scharf.
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