Sieben Teile, mehr braucht niemand
Die meisten Putzkästen sind voll und trotzdem unbrauchbar. Was wirklich hineingehört, in welcher Reihenfolge es benutzt wird und warum Bürsten waschen keine Pedanterie ist.
Öffne zehn Putzkästen und du findest zehnmal dasselbe: vier Bürsten, deren Funktion niemand mehr auseinanderhalten kann, drei angebrochene Sprühflaschen und einen Hufkratzer ohne Bürste. Dabei ist Putzen eine der wenigen Tätigkeiten am Pferd, die eine klare Logik haben.
Die Reihenfolge erklärt die Werkzeuge
Putzen läuft von grob nach fein und von der Tiefe an die Oberfläche. Der Striegel holt den Schmutz aus der Tiefe des Fells nach oben, die harte Bürste nimmt ihn weg, die weiche Bürste legt das Deckhaar wieder an. Wer die Reihenfolge umdreht, poliert Staub, der gleich wieder hochkommt.
- Gummistriegel: in kleinen Kreisen, nur auf Muskelpartien, nie über Knochen
- Kardätsche, hart: in Fellrichtung, kurze Züge, nach jedem dritten Zug am Striegel abstreifen
- Kardätsche, weich: lange, ruhige Züge über den ganzen Körper
- Mähnen- und Schweifkamm: grobzinkig, für die Spitzen
- Hufkratzer mit Bürste: vier Hufe, jeden Tag
- Zwei Schwämme in verschiedenen Farben: einer für Augen und Nüstern, einer für hinten
- Ein weiches Tuch: das letzte Prozent Glanz
Wer die Farben der Schwämme verwechselt, hat ein Hygieneproblem und keinen Fehler.
Was Bürsten kaputt macht
Eine Kardätsche, die nie gereinigt wird, ist nach zwei Monaten ein Staubverteiler. Fett, Hautschuppen und Sand setzen sich zwischen die Borsten und werden bei jedem Zug wieder ins Fell gerieben. Einmal im Monat in lauwarmem Wasser mit einem Tropfen Shampoo, ausspülen, mit den Borsten nach unten trocknen lassen. Nicht in der Sonne, Naturborsten werden davon spröde.
Der Kasten selbst
Ein Putzkasten sollte offen und flach sein, damit alles trocknen kann. Geschlossene Boxen halten Feuchtigkeit und riechen nach drei Wochen. Wer viel unterwegs ist, nimmt zwei kleine statt eines großen: einen für den Alltag im Stall, einen für den Anhänger, immer bestückt, sodass am Turniermorgen nichts umgepackt werden muss.
Was nicht hineingehört
Alles, was du im letzten halben Jahr nicht benutzt hast. Sprühflaschen ohne Etikett. Bürsten mit gebrochenen Borsten, die Haare abreißen statt sie zu ordnen. Und die zweite Schere, die niemandem gehört und mit der irgendwann jemand einen Schweif gerade schneidet.
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