Rosa Nüstern sind eine Pflegefrage, keine Schönheitsfrage
Helle Haut am Pferd verbrennt, und zwar genau dort, wo man es übersieht. Wie du Schatten, Weidezeiten und Fliegenmaske so einsetzt, dass es gar nicht dazu kommt.
Im Juni steht der Schimmel mit der rosa Nase im Schatten des einzigen Baums auf der Koppel und wechselt den Platz nicht mehr freiwillig. Er weiß es besser als wir. Pigment ist Sonnenschutz, und wo ein Pferd keines hat, hat es auch keinen.
Wo die Haut rosa ist, ist sie nackt.
Rosa Nase, Blesse, helle Fesseln
Es trifft immer dieselben Stellen: die Nüstern und die Oberlippe unter einer Blesse, die Lidränder, die Kronränder über weißen Fesseln, bei dünn behaarten oder geschorenen Pferden auch die Nasenbrücke. Ein erster Sonnenbrand sieht unspektakulär aus. Die Haut ist rosig bis rot, sie ist warm, und das Pferd mag dort nicht angefasst werden. Einen Tag später schuppt sie oder wird rissig.
Schatten und Weidezeiten sind das wirksamste Mittel
Die beste Sonnencreme ist ein Dach. Hat die Koppel keinen Schatten, verlegst du die Weidezeit: raus am späten Nachmittag und über die Nacht, rein über die Mittagsstunden. Das löst nebenbei die Hälfte des Fliegenproblems. Und ein Unterstand, in dem alle gleichzeitig Platz haben, ist mehr wert als einer, der für das ranghöchste Pferd reicht.
- Weidezeit in die Randstunden legen, nicht in die Mittagssonne.
- Fliegenmaske mit Nasenschutz bei Blesse und rosa Maul, und zwar bevor die Haut rot ist.
- Narben und frisch verheilte Haut gehören in den Schatten, auch wenn sie unauffällig aussehen.
- Auf offene, krustige oder nässende Haut kommt gar nichts drauf.
Narben bleiben empfindlich, ein Leben lang
Haut, die gerade zugewachsen ist, hat kein Pigment und keine Hornschicht, auf die man sich verlassen kann. Dasselbe gilt für alte Narben am Kopf, an der Schulter oder an den Beinen. Sie bleiben heller als der Rest, und sie bleiben es. Wer im Frühjahr eine Wunde am Nasenrücken verheilt hat, hat im Juli eine Stelle, die zuerst rot wird.
Sonnenbrand oder ein Fall für den Tierarzt
Ein Sonnenbrand ist rot, warm und oberflächlich, und er wird in zwei bis drei Tagen besser, sobald das Pferd aus der Sonne kommt. Alles andere ist etwas anderes: geschwollene Nüstern oder Lider, nässende oder krustige Stellen, Haut, die sich in Fetzen löst, ein Pferd, das sich am Kopf nicht mehr anfassen lässt, oder eine Reaktion, die im Schatten weitergeht. Dann wird telefoniert, nicht gepflegt.
Und wie beim Rest der Haut gilt: Veränderungen erkennst du nur, wenn du die Normalversion kennst. Fahr beim Putzen einmal mit dem Daumen über die Nüstern, zehn Sekunden, das ganze Jahr über.
Sonnenschutz beim Pferd ist zu neunzig Prozent eine Frage des Stundenplans.
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